"LindBERG"

"BraunClassic" veranstaltet sein erstes Kammermusik Konzert in Hinwil. Es werden die drei jungen MusikerInnen Daniela Braun (Klarinette), Ema Grčman (Cello) und Haike Dietrich (Klavier) im Trio und Duo zu hören sein. Dabei stehen Werke des 20./(21.) Jahrhunderts im Vordergrund, insbesondere des finnischen Komponisten Magnus Lindberg (*1958) sowie auch Alban Berg. Höhepunkte werden Lindbergs Werke „Steamboat Bill Jr.“ (für Klarinette und Cello) und das Trio für Klarinette, Cello und Klavier sein.

Die drei Musikerinnen kennen sich aus dem gemeinsamen Studium an der Norwegian Academy of Music in Oslo.


Lucerne Festival Academy #2

«Musik findet nur an den Grenzen statt. In der Mitte gibt es nichts, was die Kunst interessieren könnte», ist Heinz Holliger überzeugt. Weshalb ihn seit jeher krisenhafte Künstler faszinieren: Grenzgänger am Rande der Gesellschaft, die als «verrückt» eingestuft und ins Irrenhaus verfrachtet wurden. Für Holliger indes haben sie «einfach viel mehr Antennen». So hat er sich in seiner Turm-Musik, einem zentralen Teil seines über sechzehn Jahre hinweg entstandenen Scardanelli-Zyklus, intensiv mit Friedrich Hölderlin und dessen späten, stets mit dem Pseudonym Scardanelli signierten Gedichten auseinandergesetzt: Hölderlin (der ein guter Flötist gewesen sein soll) schrieb sie in den 37 Lebensjahren, die er als «unheilbar Geisteskranker» in der Abgeschiedenheit des Tübinger Turms verbrachte. Teil des Scardanelli-Zyklus ist auch das Ostinato funebre, das zugleich einem anderen Künstler die Reverenz erweist: Holliger zitiert und paraphrasiert, verzerrt und überschreibt hier Mozarts Maurerische Trauermusik. Darüber hinaus hebt das Lucerne Festival Contemporary Orchestra zwei Partituren aus der Taufe, die im Rahmen der «Roche Young Commissions» entstanden sind.

Kirsten Milenko (*1993)
Traho für Orchester
Uraufführung «Roche Young Commissions»
Alex Vaughan (*1987)
Logos für Orchester
Uraufführung «Roche Young Commissions»
Wolfgang Amadé Mozart (1756–1791)
Maurerische Trauermusik c-Moll KV 477 (479a)
Heinz Holliger (*1939)
Ostinato funebre für kleines Orchester
Turm-Musik für Flöte solo, kleines Orchester und Tonband

Lucerne Festival Academy #3

Vor siebzig Jahren wurde Polyphonie X uraufgeführt. Und sorgte mit seinen zersplitterten, in all ihren Parametern einem radikal seriellen Ansatz unterworfenen Klängen für einen veritablen Premierenskandal, der den damals 26-jährigen Pierre Boulez schlagartig an die Spitze der Musikavantgarde katapultierte. Seinem Kollegen John Cage gegenüber hatte Boulez das Polyphonie-Projekt mit der Hybris des Turmbaus zu Babel verglichen und geunkt: «Hoffentlich falle ich nicht auf die Nase, wenn ich so auf der Bordsteinkante balanciere.» Nach wenigen Aufführungen strich er es aus seinem offiziellen Werkkatalog, weil er es als zu theoriebefrachtet empfand. Die Partitur erschien nie im Druck. Ein Ensemble des Lucerne Festival Contemporary Orchestra ermöglicht nun eine neuerliche Begegnung mit Polyphonie X – mit einer faszinierenden Boulez’schen Werkkonzeption also, die einen wichtigen Schritt in seiner Entwicklung markiert. Und die auf zwei brandneue Arbeiten von Vertretern der jungen Komponistengeneration trifft, geschrieben für dieselbe Besetzung.

 

Lin Liao  Dirigentin
Victor Coltea (*1986)
Orbitor für Ensemble
Uraufführung | Auftragswerk von Lucerne Festival mit Unterstützung der Schweizer Kulturstiftung Pro Helvetia
Samir Amarouch (*1991)
Neues Werk für Ensemble
Uraufführung | Auftragswerk von Lucerne Festival
Pierre Boulez (1925–2016)
Polyphonie X für 18 Instrumente

Lucerne Festival Academy #4

 Composer-in-residence Rebecca Saunders ist eine unermüdliche Klangforscherin. Gerne rückt sie einzelne Instrumente in den Fokus und arbeitet intensiv mit ihren Interpret*innen zusammen. So gingen void «inspirierende Klangsondierungs-Sessions» mit den Schlagzeugern Christian Dierstein und Dirk Rothbrust voraus, und auch in ihrem neuen Klavierkonzert to an utterance erprobt die in Berlin lebende Britin ungewohnte Spieltechniken. Sie habe das «Soloklavier als körperlose Stimme konzipiert», erklärt Saunders. «Am Abgrund des Nicht-Seins», in einem «pausenlosen, zwanghaften Monolog», versuche es, «seine eigene Geschichte zu erzählen». Saunders’ Musik trifft an diesem Abend auf zwei moderne Klassiker, die vielen als Antipoden gelten: hier Igor Strawinsky mit seinen entfesselten Rhythmen und archaischen Melodien, dort Anton Webern als Vertreter der strengen Zwölftonmusik. Doch in späten Werken wie dem Mini-Klavierkonzert Movements nahm sich der Anverwandlungskünstler Strawinsky ausgerechnet Webern zum Vorbild und erhob ihn zum «fortwährenden Pfingstfest für alle, die an Musik glauben».

Konzerteinführung | 17.30 | KKL Luzern, Auditorium
Rebecca Saunders im Gespräch mit Mark Sattler

Ilan Volkov  Dirigent
Dirk Rothbrust  Schlagzeug
Rebecca Saunders (*1967)
void für Schlagzeug-Duo und Orchester
Schweizer Erstaufführung
Anton Webern (1883–1945)
Variationen für Orchester op. 30 
Igor Strawinsky (1882–1971)
Movements für Klavier und Orchester
Anton Webern (1883–1945)
Sinfonie op. 21 
Rebecca Saunders (*1967)
to an utterance für Klavier und Orchester
Uraufführung «Roche Commissions»
(Version mit geringfügig reduziertem Orchester)

Konzert zone éxperimentale

Konzert Ensemble zone éxperimentale

Abschlusskonzert Projekt I mit Studierenden des MA zeitgenössische Musik


Lucerne Festival Contemporary Orchestra

Lucerne Festival Contemporary Orchestra

Leitung: Baldur Brönnimann

Milica Djordjević Neues Werk für Orchester (UA)

Christian Mason Into the Distance

für Orchester (UA)

Pierre Boulez Polyphonie X

für 18 Instrumente

Tickets:

KONZERT 17


Ensemble zone éxperimentale

Konzert Ensemble zone éxperimentale

Musique instrumentale française après Grisey